Bekannte Codes und unzulässige Angaben
Diese Liste prüft auch unser Generator bei allen Freitexten und der Zeugnis-Check in vorhandenen Zeugnissen.
| Art | Bedeutung |
|---|---|
| doppeldeutig | „Geselligkeit“ wird häufig als Hinweis auf Alkoholkonsum gelesen. |
| doppeldeutig | „Trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“ gilt als bekannte Umschreibung für Alkoholkonsum. |
| gehört nicht ins Zeugnis | Alkohol gehört nicht ins Zeugnis. |
| doppeldeutig | „Einfühlungsvermögen für die Belange der Belegschaft“ gilt als Umschreibung für Belästigung oder für Betriebsratsarbeit. |
| doppeldeutig | „Verstand es, Aufgaben zu delegieren“ wird als „drückt sich vor Arbeit“ gelesen. |
| doppeldeutig | „Tolerant“ wird als Hinweis auf Schwierigkeiten mit Vorgesetzten gelesen. |
| gehört nicht ins Zeugnis | Betriebsrats- oder Gewerkschaftstätigkeit darf nur auf ausdrücklichen Wunsch der Person erwähnt werden. |
| doppeldeutig | „Engagement auch außerhalb des Unternehmens“ wird als Hinweis auf Gewerkschaftsarbeit gelesen. |
| doppeldeutig | Gesundheitswünsche im Schlusssatz werden als Hinweis auf häufige Krankheit gelesen. |
| gehört nicht ins Zeugnis | Krankheiten und Fehlzeiten gehören nicht ins Zeugnis. |
| gehört nicht ins Zeugnis | Schwangerschaft, Behinderung, Religion und politische Haltung gehören nicht ins Zeugnis. |
| doppeldeutig | „In seinem und im Interesse der Firma“ gilt als Umschreibung für Unterschlagung. |
| nur im Einzelfall | „Wir haben sie als … kennengelernt“ ist nach BAG (15.11.2011, 9 AZR 386/10) für sich keine versteckte Abwertung. Manche Leser deuten es trotzdem so, eine direkte Formulierung ist eindeutiger. |
| doppeldeutig | „Ordnungsgemäß“ wird als „Dienst nach Vorschrift, keine Eigeninitiative“ gelesen. |
| doppeldeutig | „Wusste sich gut zu verkaufen“ wird als Wichtigtuerei gelesen. |
| doppeldeutig | „Im Rahmen seiner Fähigkeiten“ bescheinigt geringe Leistungsfähigkeit. |
| doppeldeutig | „Umgänglich“ wird als „wenig beliebt“ gelesen. |
| doppeldeutig | „Zeigte Verständnis für seine Arbeit“ wird als „faul“ gelesen. |
| doppeldeutig | „Mit Interesse“ bescheinigt Bemühen ohne Erfolg. |
| nur im Einzelfall | Hervorgehobene Pünktlichkeit kann so gelesen werden, dass es sonst nichts zu loben gibt. |
| doppeldeutig | Verneinte Formulierungen werten ab und sind nicht klar im Sinne von § 109 Abs. 2 GewO. |
| doppeldeutig | „Im gegenseitigen Einvernehmen“ ohne „besten“ deutet auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber hin. |
| nur im Einzelfall | Abmahnungen und Kündigungsgründe des Arbeitgebers gehören in der Regel nicht ins Zeugnis. |
| nur im Einzelfall | Elternzeit darf nur erwähnt werden, wenn die Unterbrechung im Verhältnis zur Gesamtdauer erheblich ist. |
Beredtes Schweigen
Neben einzelnen Wörtern zählt, was fehlt:
- Kein zusammenfassender Satz zur Leistung
- Vorgesetzte werden beim Verhalten nicht oder zuletzt genannt
- Bei einer Führungskraft fehlt die Bewertung der Führung
- Bei Kündigung auf eigenen Wunsch fehlt das Bedauern
- Selbstverständliches wie Pünktlichkeit wird als einziges hervorgehoben
Was tun, wenn ein Code im Zeugnis steht?
Bitten Sie den Arbeitgeber schriftlich um Berichtigung und schlagen Sie eine neutrale Formulierung vor. Der Zeugnis-Check markiert bekannte Codes rot. Ob ein Satz tatsächlich als Code gemeint ist, lässt sich nicht immer sicher sagen, manche Formulierungen werden in der Literatur unterschiedlich gedeutet. Im Streitfall hilft eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.